• Donnerstag, 3. April 2025

Die richtigen Signalgeber finden

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Die Anlagewelt könnte eigentlich so einfach sein: Man sucht sich ein erfolgreiches Vorbild, eifert diesem nach und spätestens nach ein paar Jahren muss man sich um sein finanzielles Auskommen keine Sorgen mehr machen. Einen solchen Mechanismus suggerieren viele Anbieter aus dem Bereich des Social Tradings und im Idealfall tritt ein solches Ereignis auch ein. Doch wie wahrscheinlich dieser Idealfall wirklich ist, steht auf einem anderen Blatt. Denn eines sollten Anleger bei der Entscheidung für eine bestimmte Anlagestrategie stets im Hinterkopf behalten: Renditen in der Vergangenheit sind das eine – zukünftige Renditen dagegen etwas ganz anderes. Es ist ein immer wieder zu beobachtender Fehler, den im Übrigen nicht nur blutige Anfänger begehen, direkt von einer erfolgreichen Vergangenheit auf eine ebenso erfolgreiche Zukunft zu schließen. Eine solche Betrachtung sollte maximal eine von mehreren Orientierungsmöglichkeiten darstellen. Das gilt darüber hinaus nicht allein im Bereich des Social Tradings sondern auch in allen anderen Anlageklassen. Und noch eine weitere Binsenweisheit soll an dieser Stelle vorangestellt werden: Das Handelsrisiko trägt der Anleger ganz alleine, egal wem er bei der Beratung oder als Signalgeber vertraut. Er steht mit seinem Kapital also ganz genauso in der Verantwortung wie etwaige Trader die als Vorbild dienen. Eine Entscheidung für einen oder auch mehrere Signalgeber sollte daher mindestens genauso sorgfältig getroffen werden, wie alle anderen größeren Anlageentscheidungen auch. In diesem Beitrag sollen einige Hinweise gegeben werden, woran sich der Anleger in der Auswahl des richtigen Signalgebers orientieren kann und welche Faktoren und Parameter dabei besonders wichtig sind. Zuvor soll allerdings noch einmal kurz auf das Prinzip des Social Tradings eingegangen werden.

Social Trading – Große Transparenz – große Vielfalt – Große Auswahl

Beim dem mittlerweile nicht mehr ganz neuen Segment des Social Tradings handelt es sich um einen Bereich, der gegenüber traditionellen Anlageformen, wie klassische Aktien oder Fonds aber auch ETFs einige Gemeinsamkeiten, einige Vorteile aber auch durchaus auch Nachteil aufweist. Vergleichbar ist dabei zunächst die Vielfalt, wobei die Vielfalt der Angebote des Social Tradings mit der Vielfalt des gesamten übrigen Finanzmarkts gleich gesetzt werden kann. Hierfür soll kurz noch einmal auf das Prinzip des Social Tradings eingegangen werden. Entsprechend dem Motto des Web 2.0 orientiert sich Social Trading an den Möglichkeiten, die die Kommunikations- und Austauschformen im Internet bieten. Grundsätzlich besagt das Prinzip des Social Trading nichts anderes, als dass sich verschiedene Händler mit ihren eigenen speziellen Strategien öffentlich, bzw. im Netz und dabei auf einer bestimmten Social Trading Plattform präsentieren und darauf warten und hoffen, dass sich andere Anleger für ihre Strategie interessieren und sich ihnen anschließen. Insofern ist die Suche nach Anhängern auch mit den übrigen Web 2.0 basierten Anwendungen wie Foren oder sozialen Netzwerken zu vergleichen. Wie auch bei den zumeist kostenfreien Angeboten der sozialen Medien stecken auch hinter den Plattformen in der Regel rationale geschäftliche Interessen. Und auch Händler, welche sich entschließen, mit ihrer erfolgreichen Strategie auf die Suche nach sogenannten Followern zu gehen, tun dies nicht, um berühmt zu werden oder anderen zu helfen. Auch die sogenannten Top Trader oder Signalgeber verfolgen eigene finanzielle Interessen, die über die Renditen ihrer eigenen Anlagen hinausgehen. Es ist die absolute Regel im Social Trading, dass Top Trader für ihre Funktion als Signalgeber entlohnt werden und die Follower eine entsprechende Gebühr bezahlen müssen. Und auch die Plattformen selber bzw. deren Betreiber haben das ureigene Interesse, mit ihrer Dienstleistung Geld zu verdienen. Daher ist auch für die Plattformen irgendeine Art einer Gebühr zu entrichten und zwar allein vom Follower.

An dieser Stelle kann man sich bereits fragen, worin eigentlich die Vorteile gegenüber Fonds oder Aktien als Anlageform liegen. Die erste Antwort hierauf ist zunächst recht einfach: Grundsätzlich darf der Anleger im Social Trading mit deutlich geringeren Gebühren rechnen, als dies bei Fonds oder auch einer breit aufgestellten Aktienstrategie der Fall ist. Dies stellt einen wichtigen Aspekt dar, der hier aber nicht behandelt werden soll. Ein weiterer Vorteil ist darüber hinaus, dass im Social Trading eine viel engere Verbindung zwischen Anleger und Signalgeber erreicht wird, als dies etwa bei Investmentfonds der Fall ist. Klassischerweise entscheidet sich der Anleger nach einer ausführlichen Beratung seines Bankberaters für den Kauf eines bestimmten oder mehrerer Fonds. Hier ist man bereits an der ersten Barriere, die einer objektiven Entscheidung für einen bestimmten Fond im Wege steht: Bankberater sind selten unabhängig und versuchen daher, im Interesse ihres Arbeitgebers bestimmte Produkte an den Mann oder an die Frau zu bringen. Und auch wenn es eine riesige Auswahl von unterschiedlichen Fondprodukten gehen mag, wird der Kunden einer klassischen Hausbank wohl nie von dieser Vielfalt erfahren, da der Berater vor allem die aktuellen Produkte seines Hauses empfiehlt. Kommt es dann zum Kauf eines Fonds, dann ist es das zumeist für Berater und Kunde gewesen. Für den Berater bleibt die Freude für die eingestrichene Provision, für den Anleger die Hoffnung auf eine gute Kursentwicklung. Dabei muss aber zunächst ein saftiger Ausgabeaufschlag aufgeholt werden, bei Beträgen von etwa 3 bis 5 Prozent je Fond, kann es in weniger dynamischen Phasen auch mal gut und gerne zwei bis drei Jahre dauern, bis die Renditeentwicklung des Fonds dies wieder aufgeholt hat. Und auch an den strategischen Entscheidungen des Fondmanagements wird der Fondbesitzer kaum teilnehmen. Die regelmäßig per Post eintrudelnden Informationsblätter der Fondgesellschaft sind oft die einzige Verbindung, die neben dem Fondanteil selber zwischen Besitzer und Fondgesellschaft bestehen. Für einige Anleger stellt dies auch einen befriedigenden Zustand dar. Viele Anleger geben sich hiermit jedoch nicht zufrieden und wollen mehr über die Erwägungen und Entscheidungen des Managements wissen. Auch sind sie bestrebt, ein Produkt zu kaufen, welches so gut wie möglich den eigenen Ansprüchen und der eigenen Lebenssituation entspricht. Spielen für den Anleger diese Ziele eine wichtige Rolle, ist er womöglich im Bereich des Social Tradings deutlich besser aufgehoben, als mit einem klassisch vermittelten Fondprodukt.

Denn neben einer riesigen Auswahl unterschiedlicher Anbieter und Plattformbetreiber im Bereich des Social Tradings gibt es innerhalb dieser Anbieter eine ebenfalls riesige Auswahl unterschiedlichster Anlageprodukte. Grundsätzlich kann dabei zwischen dem Copy Trading bzw. dem Mirror Trading sowie in Form von Zertifikate gehandelten Top Trader Strategien unterschieden werden. Während dabei beim Copy Trading lediglich die Strategie eines Signalgebers mithilfe einer Software eins zu eins auf das Depot eines Followers übertragen wird, das Musterdepot aols quasi gespiegelt wird, geht der Anleger durch den Kauf eines bestimmten Zertifikates noch einen Schritt weiter. Denn der Anbieter wikifolio ist seit einiger Zeit dazu übergegangen, die Aktivitäten besonders erfolgreicher Top Trader, bzw. solcher mit besonders vielen Followern, mit Hilfe eines Zertifikates nachzubilden. Der Follower kauft sich also ein oder auch verschiedene Zertifikate und legt dies in sein Depot. Die Wertentwicklung dieses Zertifikates folgt dabei vollständig dem Depot des Top Traders. In Bezug auf die Ausführung bzw. der Umsetzung der gewählten Strategie auf das Eigene Depot braucht sich der Anleger also keine Sorgen zu machen. Umso wichtiger ist es dagegen, auf die richtige Auswahl des Top Traders zu achten und den richtigen Signalgeber zu finden.

Welche Faktoren sind für die Suche eines geeigneten Signalgebers wichtig

Wer sich auf der einen oder anderen Plattform für Social Trading umsieht, wird feststellen, dass er in Bezug auf potentielle Signalgeber vor einem ebenso riesigen Angebot steht wie etwa bei Aktien oder Fonds. In Anbetracht dieser Fülle ist es wichtig, sich zunächst selber klare Ziele setzen und eine eigene grobe Strategie zu entwerfen, denn grundsätzlich sollte sich der Anleger klar machen, dass die Vielfalt, welche am Finanzmarkt vorherrscht, sich auch in der Vielfalt des Social Tradings widerspiegelt. Prinzipiell sind neben extrem konservativ und langfristig ausgerichteten Strategien, welche unter anderem auch auf Anleihen oder Geldmarktfonds setzen auch gegenteilige Strategien möglich, die ein sehr hohes Chance Risiko Verhältnis bieten. Hier ist für den Anleger die erste Entscheidung zu treffen, welcher Risikoklasse er sich eigentlich zuordnet. Dies sollte auch von Faktoren der aktuellen Lebenssituation sowie dem verfügbaren Kapital abhängig gemacht werden, welches im Handel eingesetzt werden kann.

So ist es durchaus möglich, dass ein Anleger mit einem ausgewogenen Portfolio im Depot, mit einem bestimmten Betrag quasi als Beimischung in eine hochspekulative Handelsstrategie eines Signalgebers einsteigt. Einen auch im Social Trading jederzeit möglichen Totalverlust, könnte ein solcher Anleger zur Not verschmerzen. Vollkommen anders liegt der Fall dagegen bei einem Anleger, der überlegt, wie er seine kompletten Ersparnisse sinnvoll anlegen soll. Auch hierfür gibt es im Social Trading Bereich durchaus passende Angebote, die ein ausgewogenes Verhältnis von Chance und Risiko verfolgen. Und auch extrem langfristige Musterportfolios lassen sich identifizieren, nach dessen Vorbild ein vernünftiger und nachhaltiger Vermögensaufbau angegangen werden kann. Um den passenden Signalgeber zu finden, sollte sich der Anleger also erst mal ein Sparziel setzen und überlegen, wie er dieses erreichen will. Auch Lebensalter, familiäre Umstände sowie die Einkommenssituation sollten in eine solide Finanzplanung einfließen. Denn für einen Single mit hohem Einkommen ist ein zwischenzeitlicher Totalverlust möglicherweise leichter zu verschmerzen, als für einen Familienvater, der gerade sein Eigenheim abbezahlt und auf einen satten Zugewinn im Social Trading gehofft hat und nun nicht weiß, wie der das Loch in der Haushaltskasse stopfen soll.

Für eine solche Analyse der persönlichen Situation schadet es darüber hinaus auch nicht, fremde und dabei möglichst professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Denn nur wer einen soliden Plan hat, findet auch einen dazu passenden Signalgeber. Wie man hierbei vorgeht, wird nun im abschließenden Abschnitt geschildert.

Wie finde ich den richtigen Signalgeber?

Bevor sich der Anleger für das Wie entscheidet, ist zunächst eine ganz andere Frage von Bedeutung: Wo geht man am besten auf die Suche. Hierzu ist zu sagen, dass unterschiedliche Anbieter im Bereich des Social Tradings durchaus unterschiedliche Philosophien verfolgen. Als ausgesprochen ungünstig ist es aus Anlegersicht vor diesem Hintergrund zu bezeichnen, dass vor allem die Rendite, die in einem bestimmten Zeitraum erzielt wurde, von vielen Anbietern in den Vordergrund gestellt wird. Damit wird vor allem an die Gier der Anleger appelliert und diese ist bekanntlich ein ganz schlechter Berater. Um sich die Unzulänglichkeiten dieses Auswahlkriteriums vor Augen zu führen soll ein kurzes Beispiel dienen. Es werden zehn völlig zufällig zusammengestellte Portfolios gebildet und deren Kursentwicklung über einen bestimmten Zeitraum beobachtet. Zwangläufig werden sich diese Portfolios nicht identisch entwickeln umso mehr, wenn riskante Hebelprodukte eingesetzt werden. Die unterschiedliche Performance ist dann aber vor allem dem Zufall und weniger der Strategie geschuldet. Ob sich das beste Portfolio wirklich so gut weiterentwickelt wie bisher, steht dabei in den Sternen. Diese Überlegung sollten Anleger bei der Auswahl stets im Hinterkopf behalten.

Trotzdem kann es natürlich nicht schaden, sich zunächst die erfolgreichsten Top Trader anzuschauen. Danach sollte aber unbedingt die dahinter liegende Strategie des Traders analysiert werden. Hierzu bildet insbesondere die Social Trading Plattform wikofolio ein äußerst ausgefeiltes Instrumentarium an. Dabei können ein Reihe von Parametern eingeben werden, die dazu beitragen, dass Suchspektrum des Anlegers effektiv einzugrenzen. Die Performance selber stellt dabei nur eines von vielen Kriterien für die Suche nach dem passenden Zertifikat dar. In Bezug auf die Performance kann dabei auch nach Schwankungsbreite, maximalem Verlust oder auch der insgesamt investierten Summe differenziert werden. Die Auswahlmöglichkeiten umfassen darüber hinaus auch qualitative Kriterien, die auf die Risikostruktur hinweisen. Dabei können etwa wikifolios von Tradern ausgeblendet werden, die gehebelte Produkte einsetzen. Anleger können sich auf die Suche nach Signalgebern machen, welche durch einen Schwerpunkt auf Dividendenpapieren auf eine nachhaltige Wachstumsstrategie setzen. Darüber hinaus können auch regionale Schwerpunkte berücksichtigt werden, ebenso wie bestimmte branchenabhängige Marktsegmente.

Nicht zuletzt sollte sich der Anleger aber auch mit der Strategie, der Depot Zusammensetzung und den Kauf und Verkaufsentscheidung der letzten Monate auseinandersetzen, um sich ein realistisches Bild vom entsprechenden Signalgeber zu machen. Darüber hinaus ist es auch nicht verkehrt, die Diskussionen der anderen Follower in Bezug auf einen Signalgeber zu verfolgen und sich auch selber in die Diskussion einzuschalten. So erlangt man als Trader weitere Sicherheit und stellt die Entscheidung auf ein festeres und breiteres Fundament.

Fazit –Die Suche nach dem richtigen Signalgeber ist aufwändig aber lohnenswert

Nach all den in diesem Beitrag erwähnten Gesichtspunkten, wie bei der Wahl des richtigen Signalgebers vorzugehen ist und welche weiteren Aspekte zu berücksichtigen sind, wird sich der Anleger vielleicht fragen, ob sich der ganze Aufwand überhaupt lohnt. Die Antwort lautet eindeutig Vielleicht. Denn ob die Entscheidung für einen bestimmten Signalgeber am Ende wirklich von Erfolg gekrönt ist und mit einer überdurchschnittlichen Rendite belohnt wird, kann nicht 100 prozentig vorausgesagt werden. Die Chancen hierfür stehen aber bei einer sorgfältig getroffenen Auswahl recht gut. Außerdem hat der Anleger jederzeit die Möglichkeit, den Signalgeber auch wieder zu wechseln, wenn die Entwicklung nicht seinen Vorstellungen entspricht. Doch auch dabei sollte die Entscheidung nicht überstürzt werden.

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